Samstag, 7. Januar 2012

Was bringt die Zukunft?

Nicht nur seit der Ankündigung der EOS 1D-X bzw. der Nikon D4 denke ich über eine Sache immer wieder nach...

...wie oder womit werden wir in 10 Jahren fotografieren?
Dabei geht es mir einerseits um den stetigen technischen Fortschritt, aber auch um die Frage, wann der technische Aspekt das Fotografieren für Jedermann ermöglicht. Oder wann die Technik den Sinn überholt.

Doch fangen wir mit dem ganz normalen Fortschritt an. Es hat sich in letzter Zeit gezeigt, dass der Vorsprung neuester Technik immer kleiner bzw. kürzer wird. Wenn ich mir meine inzwischen 2-3 Jahre alte Dicke Bertha so anschaue, zauberte sie mir immer ein Lächeln ins Gesicht. ISO3200? Kein Problem! Tausend und eine Nacht später kann da jede Einsteiger DSLR für 500€ mithalten!

Einsteiger Kameras stechen die Profiliga aus!
Klar, der Fortschritt macht auch vor der Kameratechnik nicht halt. Zum Glück. Warum sollte es uns mit der Knipse anders gehen als mit Fernsehern, Festplatten oder Prozessoren. Warte ein Jahr, dann kostet es nur noch die Hälfte. Oder anders gesagt: Warte ein Jahr, dann verdoppelt sich die Leistung. Mr. Moore lässt grüßen!

Da stellt sich doch die Frage, ob man überhaupt noch in die teuren Geräte investieren soll? Es muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, ob 20-30% mehr Leistung 200-1000% mehr Kosten rechtfertigen.
Doch das ist ein anderes Thema! Werfen wir statt dessen mal einen Blick auf die mögliche Entwicklung!

Wie viel ISO braucht der Mensch?
Das ist eine Frage, die diesen Artikel erst ins Leben gerufen hat. Die MP-Ralley ist glücklicherweise inzwischen am absteigenden Ast. Nachdem selbst Canon einen Rückschritt in der Auflösung macht (wobei ausgerechnet Nikon mit der D800 nochmal Öl ins Feuer gießt). Aber das wird den Trend nicht aufhalten. ISO sind die neuen Megapixel! Dabei erreichen die neuen Modelle Werte von 204.800 (1D-X/D4)!

Klar lasse ich mir ein X nicht für ein U vormachen - auch ohne Testbilder gesehen zu haben kann man davon ausgehen, dass die letzten zwei bis drei Werte (204.800 => 102.400 => 51.200) zu kaum verwertbaren Resultaten führen werden. Noch. Aber das ist ok.

Nehmen wir doch einfach mal an, ISO 51.200 der bald erscheinenden Kameras bietet die gleiche Qualität wie heute ISO 6400. Die fleißigen Blogleser werden wissen, dass das drei Blenden entspricht (6400 => 12.800 => 25.600 => 51.200) und somit sechs mal mehr Licht bedeutet. Und drei Blenden mehr ist eine ganze Menge! Ich habe auf den letzten Hochzeiten gemerkt, dass ich bei ISO 6400 und f2,8 (1/125s bei 200mm) - bzw. mit ISO 3200 und f1,6 (1/60s bei 35mm) am Anschlag war. Mehr ging nicht. Definitiv.
Dann nutzen wir doch mal das Potential der ISO 51.200 und rechnen ein bisschen um...

Bei 200mm:
Um auf sichere 1/250s (Faustregel: 1/Brennweite - plus etwas Spielraum, außerdem rechnet es sich einfacher) bei Blende f2,8 zu kommen bräuchten wir ISO 12.800. Damit wäre das Bild zwar genau so belichtet, aber noch etwas zu dunkel gewesen. Also seien wir großzügig und geben noch zwei Blenden dazu! Somit erhalten wir:

1/250s bei f2,8 ergibt ISO 51.200

Bei 35mm:
Um Bewegungsunschärfen zu vermeiden (was auch ISO im Millionbereich nie verhindern werden kann) hätte ich gerne eine Verschlusszeit von 1/125s gehabt. Bewegte Objekte in dunkler Umgebung mit f1,6 zu treffen ist - ha, probiert es mal aus... Da wäre f2 vielleicht besser! Sagen wir f2,2 damit man auch hier besser rechnen kann. Dazu legen wir nochmal zwei Blenden zur Sicherheit drauf! Dann mal los...

1/125s bei f2,2 ergibt ISO 51.200

Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass die 1D-X nativ bis ISO 51.200 geht?
Leute, ohne Scheiß: Die Beispiele sind nicht ausgedacht oder schön gerechnet! Das sind zwei echte Fälle, die ich persönlich so erlebt habe! Einzig fiktives ist die Zugabe der zwei Blenden oben drauf! Und die sind mehr als großzügig. Eine hätte auch gereicht...

Es soll jetzt auch nicht unbedingt darum gehen, ob die zwei Beispiele ein (technisch) gutes Foto liefern oder nicht. Dieser Post spinnt nur meine Gedanken zum technischen Fortschritt! Für meine Bedürfnisse erreicht die neue Generation der Kameras ein technisches Maß, dass jeden für - eigentlich - alle Motive wappnet! Zumindest theoretisch. Irgendwo ist mal ein Ende erreicht! Was will man denn fotografieren? Nachts schwarze Katzen unterm Bett mit Available Light? Verdammt, es würde vielleicht gehen!

Und auch wenn es heute wahrscheinlich noch nicht zu 100% möglich ist und die Bildqualität auch noch nicht vollkommen überzeugt. Am Anfang des Artikels hat sich gezeigt, dass in 3-4 Jahren die Technik der Profiliga auch im Semi-Pro Bereich angekommen sein wird. Dann legen wir eben nochmal 4 Jahre drauf, dann haben wir im Jahr 2020 Einsteigerkameras, die tolle Fotos mit ISO 102.400 machen! Vielleicht eine EOS 950D oder sowas...

Ich persönlich kann mir kein Motiv ausdenken, dass ISO 409.600, geschweige denn ISO 819.200 braucht. Die Werte klingen jetzt vielleicht abwegig, aber das sind nur zwei Blenden mehr als die 1D-X bzw. D4 haben werden!

Wie sähen dann die entsprechenden Werte aus? 1/8000s bei Blende 16?

In diesem Sinne!


Kommentare:

  1. Sehr interessanter Ansatz!

    Hierüber bin ich allerdings gestolpert: "Die fleißigen Blogleser werden wissen, dass das drei Blenden entspricht (6400 => 12.800 => 25.600 => 51.200) und somit sechs mal mehr Licht bedeutet."

    Sind drei Blenden nicht sogar das Achtfache an Licht? Dreimal verdoppeln gibt doch Acht!?

    Wie auch immer, ich freu mich auf jeden Fall schon auf die Kamera, die in zehn Jahren in meiner Tasche liegen wird. :-D Hoffentlich kann ich dann auch noch die Bilder von heute vor 10 Jahren noch anschauen. Aber das ist ein anderes Thema...

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  2. Da muss ich nochmal drüber nachdenken... :)

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