Samstag, 5. Februar 2011

Inspiration - doch woher nehmen?

Schon seit längerem wollte ich einen Post über Motivation schreiben, hatte allerdings nie den richtigen Aufhänger dafür gefunden. Bis jetzt.


Denn vor ein paar Tagen stolperte ich drüben bei BlogTimes über den Artikel "Woher nehmt ihr die Inspiration". Und der Inhalt, die Antworten bzw. Kommentare haben mich ein wenig überrascht. Sowohl der Autor, als auch die Leser nannten - unter anderem - immer wieder die gleiche Methode: Fremder Leute Fotos anschauen!?

Zugegeben, dies ist mitunter eine der besten Methoden um auf neue Ideen zu kommen. Doch genau hier liegt für mich der Hund begraben. Denn, wenn ich durch das Betrachten eines anderen Fotos auf eine Idee komme, ist es dann wirklich noch meine eigene Idee? Ich finde, es gibt zwei Möglichkeiten:

1.) Die Idee ist toll und wird zu einem Großteil für die eigene Idee verwendet.
2.) Das Bild ist toll und bringt einen auf eine völlig andere Idee.

Im ersten Fall ist meiner Meinung nach alles klar. Idee geklaut. Punkt. Beim zweiten Fall läuft die Differenzierung etwas anders ab. Ist das Foto des anderen für mich die Inspirationsquelle und bringt mich auf eine völlig andere Idee, würden wahrscheinlich die meisten sagen: Passt! Vielleicht bin ich zu kritisch, beschränkt oder naiv, aber für mich hat diese Bildidee nicht die gleiche Bedeutung wie eine selbst erdachte. Klingt komisch, ist aber irgendwie so!

In meinen Augen basiert diese neue Idee auf der Idee eines anderen. Hätte ich das Bild desjenigen nicht gesehen, wäre mir vielleicht nie etwas derartiges in den Sinn gekommen. Versteht man das? Vielleicht hilft ein Vergleich aus dem Alltag. Stellt euch folgende (den meisten bestimmt wohl vertraute) Situation vor: Ihr führt ein klärendes Gespräch mit eurer Frau (oder Freundin). Und dann folgt in etwa dieser Satz: "Früher warst alles anders, da hast Du dir noch Mühe gegeben. Du warst so richtig romantisch..."

Und damit ist der Zug abgefahren. Denn alles - egal was es auch sein mag - was jetzt kommt, könnt ihr nur deshalb getan haben, weil SIE es gesagt hat. Ihr könnt in zwei Monaten ein perfektes Abendessen nach dem Opernbesuch haben. Der fade Nachgeschmack dieses oder ähnlicher Sätze hängt euch im Hinterkopf.

Das ich nicht übertreibe oder der einzige bin der so denkt, soll folgendes kurzes Video aus "King of Queens" beweisen. Doch noch kurz zur Vorgeschichte, die ist nämlich auch schnell erzählt: Carry hat in der Arbeit Blumen bekommen. Allerdings waren diese nicht für sie, sondern eine Kollegin bestimmt. Doug bekam nicht nur die schlechte Laune ab, sondern auch einen ähnlichen Satz wie den weiter oben. Alle Versuche die folgten sind und waren zum Scheitern verurteilt...


Um wieder zurück zum Thema zu kommen...
In meinen Augen gibt es nur eine Rechtfertigung, sich durch Fotos anderer Inspiration zu holen. Beruf.

Muss ich z.B. Produktfotos für einen Kunden oder eine Hochzeit fotografieren, dann ist es sicherlich nicht falsch sich vor dem Auftrag zu erkundigen und Ideen zu sammeln. Wenn mir dabei noch etwas neues Einfällt, umso besser. Denn schließlich muss ich ein professionelles Ergebnis abliefern. Da ist Schummeln erlaubt. Fotografiere ich aber für mich allein, privat, bleibt mir Dougs Schicksal wohl nicht erspart.

Wie schon öfter hier erwähnt, ist das nur meine Perspektive. Vielleicht trifft diese Sichtweise nur auf mich zu. Das, muss aber jeder für sich selbst entscheiden...

In diesem Sinne!

Kommentare:

  1. Deine Gedanken im Hinblick auf eine "kopierte" Bildidee kann ich nachvollziehen. Dennoch glaube ich, dass man es nicht ganz so kritisch sehen sollte. Immerhin dient es der eigenen Weiterentwicklung. Zum einen lernt man das Bild umzusetzen und zum anderen wird das "Sehen" dadurch geschult.

    Beste Grüße
    Ronny

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  2. Wie bereits geschrieben, bin ich vielleicht ein etwas komisches Exemplar und sehe das Ganze zu verbissen... Wer weiß!

    Mal sehen, was die Zukunft bringt! :)

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